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www.lgrb-bw.de | 25.09.2017
LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU

15.10.2012: Geländehebungen in Staufen – Regierungspräsidium veröffentlicht zweiten Sachstandsbericht

Hebungen haben sich verlangsamt

Das Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau hat einen zweiten Sachstandsbericht zu den Geländehebungen in Staufen veröffentlicht. Darin werden alle seit dem ersten Sachstandsbericht neu hinzugewonnenen Untersuchungs- und Monitoringergebnisse zu den Auswirkungen der 2007 gebauten Erdwärmesonden in der Staufener Rathausgasse auf das Erdreich dokumentiert (siehe www.rp-freiburg.de).

Seit dem Erscheinen des ersten Sachstandsberichtes im Frühjahr 2010, der ebenfalls im Internet frei hinterlegt ist, wurden weitere Maßnahmen und Untersuchungen durchgeführt, über die ausführlich informiert wird. Das Regierungspräsidium Freiburg untersucht im Auftrag der Landesregierung seit März 2009 die geologische Situation im Untergrund der Stadt Staufen. Ziel war es, den Hebungsprozess und die daraus resultierenden Gebäudeschäden zu begrenzen bzw. zu stoppen.

Zur Optimierung der Grundwasserspiegelabsenkung und zur Sicherstellung des dauerhaften Absenkbetriebes wurde ein zweiter Brunnen gebaut. Die Messungen zur Bestimmung der Geländehebung, zur Überwachung der Entnahmemenge und Absenkung des Grundwassers und zu dessen Beschaffenheit wurden weitergeführt. Die öffentliche Bereitstellung der Ergebnisse ermöglicht allen Interessierten den freien Informationszugang. Das Fachpublikum hat damit eine weitere Grundlage für die wissenschaftlich-technische Auseinandersetzung mit dem weit über Staufen hinaus bekannten Schadensfall.

Vor fünf Jahre traten am neu renovierten historischen Rathaus Staufens erste Gebäudeschäden auf. Daraufhin wurden der Untergrund und die darin ablaufenden Prozesse erkundet. Seit Abschluss der Erkundungsmaßnahmen im Jahr 2009 ist klar, dass diese auf Hebungen zurückzuführen sind. Sie stehen mit Erdwärmesonden-Bohrungen aus dem Jahr 2007 in Verbindung, die nur unvollständig abgedichtet waren. Dadurch konnte Grundwasser in Gebirgsabschnitte gelangen, in denen das Mineral Anhydrit vorkommt. Im Kontakt mit Wasser wandelt sich Anhydrit unter Volumenzunahme in Gips um. Diese Volumenzunahme führte zu den beobachteten Hebungen. Die in den Jahren 2009 und 2010 eingeleiteten Sicherungsmaßnahmen – – nachträgliches Abdichten der Erdwärmesonden- Bohrungen und Absenken des Grundwasserspiegels – – führten seitdem zu einer deutlichen Verlangsamung des Quellhebungsprozesses, der allerdings bis heute noch nicht völlig zum Stillstand gekommen ist.

gez. Matthias Henrich