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www.lgrb-bw.de | 16.01.2018
LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU

Grundlagen des Erdbebendienstes

Der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED) betreibt zur seismischen Überwachung des Landes gegenwärtig rund 30 permanente Messstationen, an denen Erdbeben aber auch Bodenerschütterungen anderen Ursprungs automatisch registriert werden. Die an diesen Stationen aufgezeichneten Seismogramme der Bodenbewegung werden, ebenso wie die der derzeit zwölf Stationen des Landeserdbebendienstes Rheinland-Pfalz (LER), in der Zentrale des LED ausgewertet und archiviert.

Insgesamt werden Messdaten von über 50 Messstationen (darunter ca. 20 nicht vom LED und dem LER betriebene Stationen) über Internet, ISDN-Telefon oder Richtfunk in die LED-Zentrale nach Freiburg übertragen und dort automatisch analysiert. Innerhalb von zehn Minuten nach Eintreffen der seismischen Wellen an den Messstationen kann eine automatische Bestimmung von Ort und Stärke eines Erdbebens stattfinden. Für Beben mit Epizentrum in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegt die Erfassungsschwelle etwa bei Magnitude 2 (Richter-Skala, ML), für Beben im übrigen Deutschland und in den angrenzenden Gebieten von Belgien, Luxemburg, Frankreich, der Schweiz und Österreich etwa bei Magnitude 3. Erdbeben weltweit werden ab etwa Magnitude 6 (Richter-Skala, mb) registriert.

Die unter “Aktuelle Erdbebeninformationen” aufgelisteten automatischen Bestimmungen von Epizentrum und Magnitude eines Erdbebens können mit beträchtlichen Fehlern behaftet, unter Umständen sogar gegenstandslos sein und sind daher nur mit Vorbehalt zu verstehen. Erst die nachfolgende manuelle Bestimmung durch den Seismologen ist verbindlich.

Die Daten von rund 35 Messstationen werden kontinuierlich gespeichert und archiviert, bei detektierten Erdbeben werden die Seismogramme aller Messstationen gespeichert. Ferner werden für alle Stationen kontinuierlich Maximalwertkurven der Bodenbewegung erfasst und in Form von Tagesschrieben dargestellt.


Erdbeben in Baden-Württemberg

Sehr schwache, in der Regel nicht wahrnehmbare Erdbeben werden in Baden- Württemberg fast täglich gemessen. Deutlich spürbare Beben treten gewöhnlich mehrmals im Jahr auf. Etwa einmal in zehn Jahren ist mit einem mittelstarken Erdbeben zu rechnen, das Gebäudeschäden und Betriebsstörungen in größerem Umfang verursachen kann. Starke Erdbeben mit katastrophalen Auswirkungen sind in Baden- Württemberg zwar selten, aber nicht ausgeschlossen.

Einen Überblick über das langfristige Erdbebengeschehen in Baden-Württemberg geben Karten der bekannten Epizentren sowie Karten der Erdbebengefährdung.

Eine Zusammenstellung der Erdbebenaktivität in und um Baden-Württemberg findet sich in den sogenannten Jahresbulletins.