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www.lgrb-bw.de | 14.12.2017
LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU

Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000

Neuerscheinung der Karte der mineralischen Rohstoffe für das Gebiet zwischen Freiburg und Rheinfelden mit südlichem Oberrhein, Markgräflerland, Dinkelberg und dem westlichen Hochschwarzwald

Erläuterungen zu den Blättern L 8110/L 8112 Müllheim/Freiburg i. Br.-Süd und L 8310/L 8312 Lörrach/Schopfheim mit Anteilen von L 8510 Weil am Rhein und L 8512 Bad Säckingen

Bearbeiter:
Birgit Kimmig, Wolfgang Werner, Liz Elsäßer & Matthias Schmitz
Freiburg i. Br. 2017, 432 S., 196 Abb., 18 Tab., 4 Kt.
Herausgeber:
Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau

LGRB-Produkt: 36,- EUR, bestellen

LGRB-Nachricht 03/2017
Mit der rohstoffgeologischen Bestandsaufnahme im Großraum zwischen Freiburg und Hochrhein wurde ein wichtiges Etappenziel erreicht

Stand der Kartierung und bisher erschienene Blätter

Kurzbeschreibung

Das für die KMR 50 Freiburg-Süd – Schopfheim bearbeitete 1227 km² große Gebiet zeichnet sich aufgrund der besonderen geologisch-tektonischen Situation durch eine ungewöhnliche Rohstoffvielfalt aus. Daher findet bzw. fand in diesem Raum seit mehr als 2000 Jahren umfangreiche Rohstoffgewinnung über und unter Tage statt. Sie reicht von „einfachen“ Kies-, Sand- und Tongruben, kleinen traditionsreichen Sandsteinbrüchen über ausgedehnte moderne Kalkstein- oder Granitsteinbrüche bis hin zu tiefen Kalisalz- und Metallerzbergwerken. Im bearbeiteten Areal befinden sich heute 26 Gewinnungsbetriebe mit einer Gesamtförderung von über 4 Mio. t; daneben konnten 439 auflässige Steinbrüche und Gruben dokumentiert werden (ohne Bergwerke).

Der Schwerpunkt der rohstoffgeologischen Bewertung lag wegen der Vorgabe, dass die raumbedeutsame Rohstoffgewinnung durch die staatliche Raumplanung geregelt werden soll, auf den oberflächennah gewinnbaren Massenrohstoffen Kiese und Sande, Tone und Lehme, Kalksteine, Granite, Porphyre und Gneise.

Die wichtigsten Vorkommen lassen sich folgenden großen Rohstoffgruppen zuordnen:
- Lockergesteine für den Bau: Kiese und Sande des Oberrheingrabens
- Festgesteine für Bau und Industrie:
- Kalksteine der Hauptrogenstein- und der Korallenkalk-Formationen (Markgräflerland)
- Kalksteine des Oberen Muschelkalks (Dinkelberg)
- Granite (besonders Malsburg-Granit) und Gneisanatexite des Südschwarzwalds
- Industrieminerale: Flussspat und Schwerspat (Mineralgänge im Revier Wieden-Todtnau).

Von geringerer Bedeutung sind im Arbeitsgebiet derzeit grobkeramische Rohstoffe, Zementrohstoffe, Naturwerksteine (Malsburg-Granit, Buntsandstein, tertiäre Kalksandsteine) und Porphyre des Grundgebirges.

Nicht rohstoffgeologisch untersucht wurden bislang die Sulfatgesteine (Gips und Anhydrit) im Mittleren Muschelkalk des Dinkelbergs, unzureichende Daten liegen über die bauwürdige Erstreckung der 135 bekannten Fluss- und Schwerspatgänge im Kristallin des Schwarzwalds vor. Im Münstertal und bei Wieden lässt sich aber ein interessantes Potenzial besonders auf Flussspat prognostizieren.

Nur von historischer Bedeutung sind die kleinen, stark tonig verunreinigten Gipsvorkommen im Keuper, die Bohnerze im Alttertiär der Vorbergzone und die Doggereisenerze im selben Gebiet sowie die Zink- und Blei-Erzgänge des Schauinslands. Eine Gewinnung von Metallerzen von Zink, Blei, Kupfer und Silber dürfte künftig nur noch „beibrechend“ mit dem Spatbergbau wirtschaftlich sinnvoll sein.

Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, treten im genannten Gebiet oberflächennahe Steine- und Erden-Rohstoffe in 151 wirtschaftlich interessanten Vorkommen mit einer Gesamtfläche von 225 km² auf. Das bedeutet, dass von Größe und Inhalt her auf einem Flächenanteil von knapp 14 % raumplanerisch relevante Rohstoffvorkommen für den Bau erkannt werden konnten.


Tabelle: Anzahl der Steine- und Erden-Vorkommen im Gebiet der KMR 50 Freiburg-Süd – Schopfheim, untergliedert nach Rohstoffgruppen. Abkürzung: f. d. V. = für den Verkehrswegebau, für Baustoffe und Betonzuschlag
Rohstoffgruppe  (nach KMR 50) Vorkommen (Anzahl)
 Kiese und Sande f. d. V. (Oberrheingraben) 42
 Natursteine f. d. V. Untergruppe Kalksteine 5
 Natursteine f. d. V. Untergruppe Kalksteineund hochreine Kalke für Weiß- und Branntkalke 20
 Natursteine f. d. V. Untergruppe Metamorphite  6
 Natursteine f. d. V. Untergruppe Plutonite 32
 Natursteine f. d. V. Untergruppe Plutonite und Naturwerkstein (auf selber Lagerstätte) 9
 Naturwerkstein11
 Natursteine f. d. V. Vulkanite3
 Zementrohstoffe1
 Ziegeleirohstoffe 21
  Summe: 151


Die künftige Gewinnung der hochwertigen Kiese des Oberrheingrabens dürfte aufgrund sich weiter verschärfender Nutzungskonkurrenzen (Grundwasser, Landwirtschaft, Forst, Verkehrswege, Siedlung usw.) schwieriger werden. Die sehr großen Vorkommen von Graniten und Metamorphiten im Südschwarzwald bieten aus rohstoffgeologischer Sicht jedoch interessante Alternativen besonders zur Erzeugung von Körnungen für den Verkehrswegebau und als Betonzuschlag.

Inhaltsverzeichnis

Kartenausschnitte:
Karte der mineralischen Rohstoffe Region Neuenburg-Müllheim
Kiesmächtigkeitskarte Region Hartheim