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www.lgrb-bw.de | 09.07.2020

02/03 Erdbeben erschüttert Baden-Württemberg

FREIBURG. Ein Beben der Stärke 5,4 auf der Richterskala hat gestern abend (22. 2.2003) gegen 21.41 Uhr weite Teile Baden-Württembergs, Nordost-Frankreichs und der Nordschweiz erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben des Landeserdbebendienstes bei St. Dié/Epinal in den Vogesen. „Trotz der Stärke des Erdbebens sind erstaunlich geringe Schäden zu verzeichnen“, urteilt Dr. Wolfgang Brüstle, Seismologe am Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB) in Freiburg. Man müsse jedoch davon ausgehen, dass in den nächsten Tagen noch weitere Nachbeben mit geringerer Stärke folgen. Die Nachbeben werden sich auf das Epizentralgebiet in den Vogesen beschränken.

Das Hauptbeben am Samstagabend war gefolgt von mehreren Dutzend Nachbeben mit einer Stärke bis zu 3 auf der Richterskala. Das Erdbeben war fast im ganzen Landesgebiet von Baden-Württemberg zu spüren. In Freiburg, das rund 100 km vom Epizentrum in den Vogesen entfernt liegt, liefen teilweise Menschen erschreckt auf die Straße. Nach Angaben des Innenministeriums Baden-Württemberg wurden von der Polizei landesweit an 15 Gebäuden Schäden registriert. Hierbei handelt es sich überwiegend um Risse an den Hauswänden. Personen kamen nicht zu Schaden.

Der Landeserdbebendienst betreibt zur Überwachung des Landes 30 hochempfindliche Messstationen. Der Oberrheingraben ist als seismisch aktives Gebiet bekannt, in dem häufig leichtere Erdbeben registriert werden. Schwere Erdbeben sind selten, generell aber möglich. „Die Region ist daher zu Recht als Zone erhöhter Erdbebengefährdung eingestuft worden“, so der Seismologe Brüstle. Das letzte schwere Beben mit Epizentrum in Baden-Württemberg ereignete sich 1978 auf der Schwäbischen Alb und erreichte den Wert 5,7 auf der Richterskala. Damals waren erhebliche Gebäudeschäden zu verzeichnen. Erdbeben lassen sich trotz hochsensibler Messgeräte noch immer nicht vorhersagen. Wichtig sei, sich durch erdbebensichere Bauweise vor Schäden zu schützen.

Aktuelle Messergebnisse von lokalen und weltweiten Erdbeben sind unter http://www.lgrb.uni-freiburg.de abrufbar.

23.02.03
Ansprechpartnerin für die Presse:
Christine Mittelbach
Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg
Albertstraße 5
79104 Freiburg
Tel. 0761-204-4460
Fax: 0761-204-4438
E-Mail: mittelbach@lgrb.uni-freiburg.de