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www.lgrb-bw.de | 23.09.2019

Ingenieurgeologische Landesaufnahme

Die Ingenieurgeologische Landesaufnahme befasst sich in erster Linie mit geogenen Naturgefahren (Geogefahren) wie Massenbewegungen, dem Phänomen Verkarstung sowie setzungs- und hebungsgefährdetem Baugrund.

Aufgrund der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft ist die Ingenieurgeologische Landesaufnahme ein Aufgabenschwerpunkt des Referats 95 im LGRB. Die Umsetzung dieser Aufgabe erfolgt durch die Aufnahme, Dokumentation und wissenschaftliche Bearbeitung ingenieurgeologisch relevanter Punkt-, Flächen- und Raumdaten sowie durch die Fertigung entsprechender Kartenwerke.

Schichtenverzeichnisse von Baugrundaufschlüssen werden landesweit erhoben, geprüft und zentral erfasst. Auf der Grundlage des Lagerstättengesetzes vom 2. März 1974 gilt dies auch für relevante Daten bei Planungsträgern, Behörden, Bohrfirmen und Ingenieurbüros. Diese Daten stehen jedem Interessenten als Dienstleistung des LGRB zur Verfügung. Profilsäulen mit Kurz- oder Langtext liegen zunehmend auch in strukturierter digitaler Form vor.

Die gesammelten Erkenntnisse der ingenieurgeologisch relevanten Daten bilden die Grundlage für die ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte für Baden-Württemberg (IGHK50), welche seit 2014 herausgegeben (LGRB-Nachricht 06/2014) und kontinuierlich an neue Erkenntnisse angepasst wird. Die IGHK50 kann, nach vorheriger – für Kommunen und alle übrigen Träger Öffentlicher Belange gebührenfreier – Registrierung, im Kartenviewer des LGRB unter http://geogefahren.lgrb-bw.de/ abgerufen werden. In der ingenieurgeologischen Gefahrenhinweiskarte werden im Maßstab 1 : 50 000 die geogenen Naturgefahren Massenbewegungen (Rutschungen, Steinschlag/Felssturz), Verkarstung (Dolinen, Erdfälle) sowie setzungs- und hebungsgefährdeter Baugrund als Flächen- und Punktdaten dargestellt. Es ist vorgesehen, die ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte um die Themenbereiche erosionsempfindliche und veränderlich feste Gesteine zu erweitern. Die ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte ist auf die Belange der Raumplanung ausgelegt, ist nicht parzellenscharf und kann eine objektbezogene geotechnische Untersuchung nicht ersetzen.

Für einzelne Ballungsräume konnten bereits in der Vergangenheit aus Sondierungen, Bohrungen, Baugruben und anderen geologischen Aufschlüssen aufgrund der Aufschlussdichte detaillierte analoge Baugrundkarten erzeugt werden. Baugrundkarten sind ingenieurgeologische Kartenwerke, die den Untergrund hinsichtlich der räumlichen Verteilung bautechnischer Eigenschaften bzw. Besonderheiten klassifizieren und u. a. die Mächtigkeit der Lockergesteine, Gebiete mit der Gefahr von Rutschungen sowie Verkarstungsphänomenen wiedergeben. Sie können als Grundlage für die Belange der Bauleitplanung herangezogen werden, um so frühzeitig einen Überblick zu haben, in welchen Arealen mit welchen geologischen Voraussetzungen, ggf. auch Erschwernissen oder Gefahren zu rechnen ist. Baugrundkarten können und sollen jedoch keine objektbezogene Baugrunderkundung und Gründungsberatung ersetzen.

2018 wurde das digitale Baugrundkartenwerk Stuttgart veröffentlicht (LGRB-Nachricht Nr. 2018/03). Das vom Geologischen Landesamt (heute LGRB) früher erarbeitete analoge Kartenwerk (Stand 1970) wurde auf Grundlage einer Vielzahl neu hinzugekommener Baugrundaufschlüsse grundlegend überarbeitet. Das neue Baugrundkartenwerk besteht aus einem umfangreichen Erläuterungsband mit instruktiven Beispielen zu den Baugrundverhältnissen sowie aus jeweils 41 Aufschluss- und Baugrundgeologischen Karten.

Die im Vertrieb bereitgestellten Baugrundkartenwerke können über den LGRB-Shop bezogen werden.

  • Der Baugrund von Stuttgart, CD-ROM mit PDF-Karten und Erläuterungen (Bestellung im Online-Shop)
  • Der Baugrund von Stuttgart, Gedrucktes Erläuterungsheft ohne Karten/CD-ROM (Bestellung im Online-Shop)
  • Der Baugrund von Heilbronn, analoge Karten (Bestellung im Online-Shop)